Was bei Arthrose wirklich wehtut - und warum man es auf keinem Roentgenbild sieht
Rubrik ’Knie & Arthrose’
Das Bild stimmt — und sagt trotzdem viel weniger über Ihren Schmerz aus, als die meisten Menschen glauben
Warum jahrelang alles an der Stelle angesetzt hat, an der es gar nicht wehtut — und und was sich bei einem 71-jährigen Kfz-Meister aus Nordhessen in 20 Minuten am Abend verändert hat

Der Orthopäde hat den Bildschirm zu ihm herumgedreht und mit dem Kugelschreiber auf eine Stelle getippt.
„Sehen Sie den Spalt? Da ist keiner mehr. Knochen auf Knochen.“
Reinhard M., damals 67, hat genickt. Er sagt heute, er habe genickt, als hätte er verstanden. Verstanden habe er es erst vier Jahre später.
An diesem Tag hat er nicht aufgehört zu gehen, weil es zu sehr weh tat. Er hat aufgehört, weil ihm jemand gezeigt hat, dass es keinen Sinn hat.
Ich schreibe das hier nicht auf, um einen Kollegen vorzuführen. Der Befund war richtig. Der Spalt ist weg, und er kommt auch nicht wieder. Ich habe die Aufnahme später selbst gesehen, und ich hätte sie genauso befundet.
Ich schreibe es auf, weil in diesem Gespräch etwas gefehlt hat, das in fast jedem dieser Gespräche fehlt — und weil dieses Fehlende der Grund ist, warum Menschen mit einem völlig korrekten Befund jahrelang das Falsche tun.
Ein Röntgenbild zeigt, wie ein Gelenk aussieht. Es zeigt nicht, warum es wehtut. Das sind zwei verschiedene Fragen, und die zweite wird in einer Sprechstunde von zehn Minuten praktisch nie gestellt.
Wenn Sie das hier lesen und in Ihrem Schrank liegt ein Umschlag mit einem Bild darin, auf das Sie seit Jahren nicht mehr geschaut haben, dann ist dieser Text für Sie geschrieben.
DER 30-SEKUNDEN-TEST: SITZT IHR SCHMERZ DA, WO SIE IHN VERMUTEN?
Bevor Sie weiterlesen, machen Sie bitte drei Dinge. Sie brauchen dafür keine Hilfsmittel, nur einen Stuhl.
Erstens: Setzen Sie sich hin, strecken Sie das Bein aus und tasten Sie mit dem Daumen die Kante des Gelenks ab, innen, etwa eine Daumenbreite unter der Kniescheibe. Drücken Sie fest. Zweitens: Tasten Sie die weiche Stelle direkt neben der Kniescheibensehne, unten in der Mitte. Drücken Sie ebenso fest. Drittens: Denken Sie an gestern Abend. War das Knie nach dem Sitzen dicker oder wärmer als am Morgen?
Fast alle Menschen mit einem fortgeschrittenen Befund reagieren an mindestens einer dieser beiden Druckstellen deutlich, und viele beschreiben abends eine Schwellung, die morgens wieder weg ist.
Und genau das ist bemerkenswert. Denn keine dieser beiden Stellen ist der Ort, an dem laut Bild etwas fehlt.
Auswertung A — Der Druck an einer der beiden Stellen tut deutlicher weh als das Gehen selbst: Ihr Schmerz kommt überwiegend aus Weichgewebe, das gereizt ist. Der Rest dieses Textes beschreibt genau diesen Fall.
Auswertung B — Nichts davon tut weh, dafür schmerzt es ausschließlich unter voller Last und hört in Ruhe sofort auf: Dann ist die mechanische Seite bei Ihnen führend, und Sie gehören zu der Minderheit, für die dieser Artikel weniger erklärt.
16 JAHRE, 3.163 EURO UND EIN SATZ, GEGEN DEN NICHTS ANKAM

Reinhard M. ist heute 71 und hat 34 Jahre lang eine eigene Kfz-Werkstatt in Nordhessen geführt. Jeden Tag rund zwanzig Mal unter ein Auto und wieder hoch. Das Knie hat geknirscht, seit er 50 war.
„Ich habe es genommen wie das Wetter“, sagt er. „Nach dem Bild war es kein Wetter mehr. Es war ein Urteil.“
Zwischen dem ersten Knirschen und dem Befund liegen sechzehn Jahre, in denen er es versucht hat. Er hat es einmal aufgeschrieben, weil seine Frau die Kontoauszüge sortiert. Ich habe die Liste abfotografiert, weil sie exemplarisch ist. Sie könnte fast wortgleich von der Hälfte meiner Patienten stammen.
Auffällig ist nicht der Betrag. Auffällig ist, dass jede einzelne Station für sich genommen vernünftig war. Nichts davon ist Scharlatanerie. Es sind die Dinge, die man in Deutschland bei einem Knie in diesem Zustand tut.
Nach der zweiten Spritzenserie hat ihm sein Orthopäde den Satz gesagt, den in dieser Situation fast alle hören: Da kann man nichts machen. Irgendwann machen wir ein neues Gelenk.
Man muss verstehen, was dieser Satz mit einem Menschen macht, der 34 Jahre lang Dinge repariert hat, die andere für hinüber hielten. Er hat nicht protestiert. Er hat die Werkstatt zugemacht, bis auf ein paar alte Kunden, deren Wagen er noch zum TÜV fährt.
Zwei Jahre später hat seine Frau eine Frage gestellt.
„Wann waren wir eigentlich das letzte Mal am Edersee?“
Er hat nachgerechnet und ist auf keine Antwort gekommen. Das ist die Stelle, an der er in unserem Gespräch das erste Mal ins Stocken kam — nicht beim Schmerz, sondern bei dem Datum, das er nicht mehr nennen konnte.
Der Radius war geschrumpft, ohne dass jemand eine Entscheidung getroffen hätte. Erst der See. Dann der Wochenmarkt. Dann die Kellertreppe, die er nur noch Stufe für Stufe genommen hat, mit einem Stopp oben, bevor es losging.
- 5 Hyaluronsäure-Spritzen, erste Serie — 295 € — sechs Wochen leichter, danach wie vorher
- Hyaluronsäure, zweiter Durchgang — 340 € — ohne erkennbare Wirkdauer
- Signaltherapie in einer Privatpraxis, 9 Sitzungen — 680 € — Wirkung nach der letzten Sitzung nicht mehr sicher zuzuordnen
- Wärmepflaster, 7 € für 8 Stunden, täglich über 4 Monate — rund 210 € im Monat, 840 € gesamt — warm, solange es klebte
- Kapseln aus der Apotheke, 11 Monatspackungen — 39 € im Monat, 429 € gesamt — elf Monate ohne bemerkbare Veränderung
- Stützbandage aus dem Sanitätshaus — 129 € — hat gehalten, zwei Jahre getragen, Schmerz unverändert
- 10 Einheiten Physiotherapie, privat zugezahlt — 45 € je Einheit, 450 € gesamt — Kraft besser, Schmerz gleich
- Summe — 3.163 € — sechzehn Jahre
DER MANN, DER ANDERS AUS DEM AUTO GESTIEGEN IST
Die Wende kam nicht aus einer Sprechstunde, und sie kam auch nicht von Reinhard M. selbst. Er sagt, er habe in vier Jahren keine einzige eigene Idee mehr gehabt, und das sei ihm erst hinterher aufgefallen.
Sie kam von Volker, 74, zweiundzwanzig Jahre Kunde in seiner Werkstatt, dasselbe Knie, nur auf der anderen Seite.
Im Februar hat Volker seinen Wagen vorbeigebracht. Er ist ausgestiegen, ohne sich an der Tür hochzuziehen.
„Ich habe ihn gefragt, was er gemacht hat“, erzählt Reinhard M. „Und er sagt: Nichts Besonderes. Meine Tochter hat mir was zu lesen gegeben. Ich schick dir das.“
Zwei Sätze, mehr nicht. Aber sie kamen von jemandem, der nichts verkaufen wollte, und sie kamen von außen. Ich halte das für den einzigen Grund, warum dieser Mann den Text überhaupt aufgeschlagen hat.
Wer sich einmal auf einen Befund eingerichtet hat, verteidigt diese Einrichtung. Nicht aus Sturheit — sondern weil jede neue Hoffnung erst einmal die alte Enttäuschung wieder aufmacht. Menschen in dieser Lage lesen nichts mehr, was sie selbst gefunden haben. Sie lesen nur noch, was ihnen jemand in die Hand drückt, den sie kennen.
In dem Text stand nicht, dass sein Befund falsch sei.
Es stand etwas anderes darin, und es ist ein Satz, den jeder Medizinstudent im zweiten Jahr lernt und der trotzdem in kaum einer Sprechstunde vorkommt.
DER KNORPEL KANN GAR NICHT WEHTUN — UND WIE WENIG DER RÖNTGENGRAD ÜBER IHREN SCHMERZ SAGT

Knorpel hat keine Nervenfasern.
Er ist nicht innerviert. Er kann kein Schmerzsignal senden, weil dort nichts ist, was ein Signal senden könnte. Das ist keine neue Erkenntnis und keine Außenseitermeinung. Es steht in jedem anatomischen Lehrbuch.
Reinhard M. hat den Satz nach eigener Aussage dreimal gelesen. „Vier Jahre lang habe ich geglaubt, ich spüre, wie zwei Knochen aufeinander reiben. Aber das, was da reibt, meldet gar nichts.“
Woher kommt der Schmerz dann? Aus drei Geweben, die alle dicht mit Nerven versorgt sind: aus der Gelenkinnenhaut, die das Gelenk auskleidet. Aus dem Hoffa-Fettkörper hinter der Kniescheibe. Und aus dem Knochen direkt unter der Gelenkfläche, dem subchondralen Knochen.
Diese drei Gewebe sind bei einem fortgeschrittenen Befund nicht abgenutzt. Sie sind gereizt.
Und jetzt kommt die Zahl, die für mich in der Sprechstunde alles verändert hat. Wenn man große Gruppen von Menschen untersucht und den Röntgengrad mit der tatsächlich angegebenen Schmerzstärke vergleicht, dann erklärt der Röntgengrad davon rund vier Prozent.
Vier Prozent.
Sechsundneunzig von hundert Prozent der Unterschiede zwischen zwei Menschen mit Knieschmerz haben andere Ursachen als das, was auf dem Bild zu sehen ist. Deshalb gibt es Menschen mit Grad 4, die täglich zwei Stunden laufen, und Menschen mit Grad 1, die nachts nicht schlafen können. Jeder Orthopäde kennt beide Sorten, und keiner erklärt sie, weil für diese Erklärung keine Abrechnungsziffer existiert.
Ihr Bild lügt nicht. Ihr Bild ist nur eine Antwort auf eine Frage, die Sie nicht gestellt haben.
Wenn ein Gelenk gesund arbeitet, repariert es sich ständig. Nicht in großen Sprüngen, sondern in winzigen Schritten, jeden Tag, ein Leben lang. Zellen bauen ab, Zellen bauen auf, und normalerweise halten sich beide Vorgänge die Waage.
Diese Instandhaltung kostet Energie. Die Zellen brauchen dafür ihre Kraftwerke, und sie brauchen, dass die Reizung im Gewebe nachlässt. Fehlt eines von beidem, verschiebt sich die Waage. Fehlt beides, hört die Instandhaltung praktisch auf.
Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Knie feststecken. Nicht Verschleiß.
Reparaturstopp.
Eine anhaltende Reizung hält die Zellen in einem Zustand fest, in dem sie kaum noch reparieren — und weil kaum noch repariert wird, hält die Reizung an. Das ist ein Kreis, und er dreht sich, ob Sie sich bewegen oder nicht.
Reinhard M. hat sich das anders zurechtgelegt, in seiner Sprache: „Ich hatte einen Kunden mit einem alten Diesel, der jeden Morgen fünf Minuten gebraucht hat, bis er rundlief. Der Motor war nicht kaputt. Ihm hat etwas zum Anspringen gefehlt.“
Das ist erstaunlich nah dran. Und es führt zu dem Unterschied, an dem für ihn alles hing.
Abgenutzt ist ein Zustand. Gereizt ist ein Vorgang.
An einem Vorgang kann man etwas ändern.
DIE VIER BLOCKADEN, DIE DEN REPARATURSTOPP FESTHALTEN
Ich werde in der Sprechstunde oft gefragt, warum ein Knie in diesem Zustand nicht einfach von selbst wieder in die Spur findet, wenn man es in Ruhe lässt. Die Antwort ist: Weil vier Dinge gleichzeitig gegeneinander arbeiten und jedes einzelne die anderen verstärkt.
Man muss sie sich nicht merken. Man muss nur verstehen, dass jede Behandlung, die nur eine davon anfasst, den Kreis nicht anhält.
Die vierte Blockade ist übrigens die, die ich am häufigsten übersehe. Sie steht in keinem Befund, und sie ist bei Menschen mit einem klaren Bildbefund fast immer die stärkste.
- 1. Die anhaltende Reizung. Die Gelenkinnenhaut produziert dauerhaft Botenstoffe, die Schmerz melden und gleichzeitig den Abbau im Gewebe antreiben. Sie ist Ursache und Folge zugleich.
- 2. Die leeren Kraftwerke. Den Zellen, die instand halten müssten, fehlt die Energie dafür. Ohne Energie kein Aufbau — unabhängig davon, wie viel Baustoff angeliefert wird.
- 3. Die schlechte Durchblutung im gereizten Gewebe. Das geschwollene Gewebe wird schlechter durchströmt, wodurch die Botenstoffe der Reizung liegen bleiben, statt abtransportiert zu werden.
- 4. Der Schonkreis. Wer sich nach einem Befund nicht mehr bewegt, entlastet das Gelenk genau um jene sanften Bewegungsreize, die die Gelenkflüssigkeit verteilen. Die Ruhe fühlt sich richtig an und hält den Kreis am Laufen.
WARUM SEINE GANZE LISTE PLÖTZLICH EINEN SINN ERGAB
Als Reinhard M. das verstanden hatte, hat er seine Liste noch einmal durchgesehen. Er sagt, es sei der unangenehmste Nachmittag seines Lebens gewesen — nicht wegen des Geldes, sondern weil jede Position auf einmal erklärbar war.
Die Hyaluronsäure ist ein Schmiermittel. Sie geht dorthin, wo gerieben wird. Aber es tut nicht weh, weil es reibt — es tut weh, weil die Innenhaut gereizt ist. An eine Reizung kommt ein Schmiermittel nicht heran. Der IGeL-Monitor der Krankenkassen bewertet die Hyaluronsäure-Injektion bei Kniearthrose nicht ohne Grund mit „negativ“, und trotzdem zahlen Menschen dafür zwischen 220 und 500 Euro je Zyklus.
Das Wärmepflaster wärmt die Haut, zwei oder drei Millimeter tief. Das Gelenk liegt tiefer. Warm war es, solange es klebte, und wenn Wärme allein reichen würde, wäre Kniearthrose ein gelöstes Problem.
Die Kapseln liefern Baustoff. Ihm hat kein Baustoff gefehlt. Ihm hat die Baustelle gefehlt, auf der noch jemand arbeitet.
Die Stützbandage aus dem Sanitätshaus hat das Knie von außen zusammengehalten. Sie hat exakt das getan, wofür sie gebaut ist. An einer Reizung im Inneren ändert Halt von außen nichts, und sie soll es auch gar nicht.
Die Physiotherapie hat den Muskel gekräftigt. Der Muskel war nie das Problem. Bemerkenswert ist trotzdem, wie stark diese Karte im deutschen System gespielt wird: In einer großen Krankenkassenauswertung mit 143.371 Fällen hatten 48,9 Prozent der Patienten im Jahr vor der Knieprothesen-Operation Physiotherapie. Fast die Hälfte hatte es also getan — und stand am Ende trotzdem auf demselben OP-Plan.
Und die Signaltherapie hat am Gelenk gearbeitet, aber nicht an dem, was das Gelenk festhält.
Sechzehn Jahre lang hat dieser Mann Geld für Dinge ausgegeben, die eines gemeinsam hatten: Sie haben an der Stelle angesetzt, an der es nicht wehtut.
Bleibt die Operation. 229.551 künstliche Kniegelenke wurden in Deutschland im Jahr 2023 eingesetzt, und ich möchte hier ausdrücklich nichts dagegen sagen — für viele Menschen ist sie die richtige Entscheidung. Aber sie ist keine Entscheidung ohne Preis. Etwa jeder fünfte Prothesenpatient ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden, bis zu 30 Prozent berichten über Restbeschwerden, und in Großstadtkliniken warten Patienten auf einen Termin bis zu zwölf Monate.
Zwölf Monate. Das ist die eigentliche Zahl, um die es bei den meisten meiner Patienten geht. Nicht ob, sondern was bis dahin passiert.
Reinhard M. hat seinem Orthopäden von alldem erzählt. Der hat nicht widersprochen. Er hat gesagt: „Das ist nicht falsch, was Sie da erzählen. Ich habe zehn Minuten pro Patient.“
Er ist nicht der Böse in dieser Geschichte. Er hat die Wahrheit gesagt. Sie war nur zu kurz.
WAS WIRKLICH PASSIEREN MUSS
Wenn der Kreis aus Reizung und Energiemangel das Problem ist, dann ergibt sich daraus eine ziemlich unbequeme Anforderungsliste. Unbequem, weil sie die meisten Verfahren aussortiert, bevor man sie überhaupt ausprobiert hat.
Was in Frage kommt, muss vier Dinge gleichzeitig können. Fällt eines weg, dreht sich der Kreis weiter.
Fachleute wissen seit Jahren, dass bestimmte Wellenlängen im roten und im nahinfraroten Bereich genau an dieser Stelle ansetzen. Ein Enzym in den Kraftwerken der Zellen, die Cytochrom-c-Oxidase, nimmt Licht dieser Wellenlängen auf; die Zelle stellt danach messbar mehr Energie bereit. Parallel sinken die Botenstoffe, die die Reizung tragen. Die Enzyme, die Gewebe abbauen, werden gedämpft, die Bausteine der Grundsubstanz werden wieder vermehrt hergestellt, die Durchströmung im Gewebe verbessert sich, und die Fresszellen im Gelenk schalten von entzündlich auf reparierend um.
Das ist kein Wundermittel, und es ist ausdrücklich kein Nachwachsen von Knorpel. Es ist etwas viel Nüchterneres: die Wegnahme genau der zwei Bremsen, die den Reparaturstopp festhalten.
- Es muss an der Reizung ansetzen, nicht an der Reibung — sonst behandelt es die Stelle, an der nichts meldet.
- Es muss in die Tiefe kommen. Die Gelenkinnenhaut liegt nicht zwei Millimeter unter der Haut. Alles, was nur oberflächlich wirkt, scheidet aus.
- Es muss den Zellen Energie verfügbar machen, nicht nur Baustoff anliefern.
- Es muss oft genug wiederholbar sein, um einen Vorgang zu drehen — täglich, ohne Termin, ohne Praxis, ohne Zuzahlung je Sitzung.
WAS VOLKER IHM GESCHICKT HAT

Es ist eine Manschette, die man sich abends ums Knie schnallt. Sie heißt LUMIQ Knee Pro und kommt von einem deutschen Anbieter namens Wictive.
Sie liegt direkt auf der Haut, ohne Hose, ohne Stoff dazwischen. Innen sitzen 60 Lichtpunkte in zwei Wellenlängen. Die eine sieht man, sie leuchtet rot. Die andere sieht man nicht.
Auf die unsichtbare kommt es an, und das ist der einzige Unterschied, auf den es bei diesem Gerät ankommt: Sichtbares rotes Licht bleibt weit oben in der Haut. Die nahinfrarote Wellenlänge geht durch und erreicht die Tiefe, in der die Gelenkinnenhaut und der Fettkörper liegen. Ein Gerät, das nur rot leuchtet, sieht im Wohnzimmer eindrucksvoll aus und kommt dort, wo es wehtut, nicht an.
Alles andere daran ist unspektakulär. Klettverschluss, Ladekabel, Timer. Reinhard M. hat sie in die Hand genommen und gesagt: „Das ist ja nun wirklich kein Gerät.“
Ich halte diese Reaktion für gesund. Wer nach 3.163 Euro noch beeindruckt ist von Verpackung, hat aus den 3.163 Euro nichts gelernt.
Zwanzig Minuten am Abend. Mehr macht man nicht. Und man trägt sie nicht im Schlaf — sie kommt danach wieder ab.
Sie funktioniert im Übrigen an jedem Gelenk, das nah genug unter der Haut liegt. Volker benutzt sie inzwischen an der Schulter. Reinhard M. hat das ein halbes Jahr lang nicht gewusst.
DIE 20 MINUTEN, KONKRET
Ich lasse mir von Patienten immer den genauen Ablauf schildern, weil an dieser Stelle die meisten Anwendungen scheitern — nicht am Gerät, sondern daran, dass sie im Alltag keinen festen Platz bekommen.
So sieht der Abend bei Reinhard M. aus, seit fast einem halben Jahr, an sechs von sieben Tagen.
- Minute 0–1: Hosenbein hochschieben oder Hose aus. Die Manschette muss auf blanker Haut sitzen, Stoff hält das Licht auf.
- Minute 1–2: Umlegen, Klett so fest, dass nichts verrutscht, aber nichts einschnürt. Knopf drücken, Programm läuft.
- Minute 2–20: Sitzen bleiben. Nachrichten, Zeitung, Telefonat. Man spürt eine milde Wärme, mehr nicht. Wer erwartet, dass etwas passiert, wird am ersten Abend enttäuscht sein.
- Minute 20: Das Gerät schaltet selbst ab. Manschette abnehmen, weglegen, laden. Im Bett liegt nichts am Knie.
- Danach: Nichts. Keine Übungen, keine Einreibung, kein zweiter Durchgang. Zweimal täglich bringt nach allem, was bekannt ist, keinen zusätzlichen Nutzen.
DIE VIER EINWÄNDE, DIE ICH JEDE WOCHE HÖRE
„Bei Grad 4 hilft nichts mehr.“ Das stimmt für den Spalt. Der Spalt kommt nicht wieder, und niemand sollte Ihnen etwas anderes erzählen. Es stimmt nicht für den Schmerz, weil der Schmerz nicht aus dem Spalt kommt. Ihr Grad beschreibt die Mechanik. Ihr Schmerz kommt aus dem Weichgewebe daneben, und dieses Gewebe hat mit Ihrem Grad nur zu etwa vier Prozent zu tun.
„Dafür müsste ja Knorpel nachwachsen.“ Nein. Und ich sage das zum zweiten Mal in diesem Text, weil es der Punkt ist, an dem seriöse und unseriöse Darstellungen sich trennen. Knorpel wächst nicht nach. Bei Reinhard M. ist kein Knorpel nachgewachsen, und bei Ihnen wird auch keiner nachwachsen. Es geht um die Reizung und um die Durchblutung. Das sind zwei andere Baustellen, und nur an denen bewegt sich etwas.
„Reden Sie mir die Operation aus?“ Ausdrücklich nicht. Wenn Sie eine OP-Empfehlung haben und der Termin steht, ist das Ihre Entscheidung und die Ihres Operateurs. Es ist übrigens auch eine gut abgesicherte Entscheidung: Rund 40 Prozent der OP-Indikationen werden durch eine Zweitmeinung bestätigt. Reinhard M. hat nichts abgesagt. Er hat sich nur die Zeit bis dahin anders eingerichtet.
„Wirkt es schnell?“ Nein, und wer Ihnen das verspricht, verkauft Ihnen etwas. Ich halte diesen Punkt für so wichtig, dass ich lieber Leser verliere, als hier zu schönen.
Bei Reinhard M. ist am ersten Abend nichts passiert. Am zweiten auch nicht. In der zweiten Woche ist er morgens die Kellertreppe heruntergegangen, ohne vorher oben stehen zu bleiben — aufgefallen ist es ihm erst, als er wieder oben war. In der vierten Woche war das Knie abends nicht mehr dick.
In der fünften Woche hat seine Frau etwas gesagt. „Du hast vorhin in der Garage gehockt. Eine Viertelstunde. Ist dir das aufgefallen?“
War es nicht.
Und dann kam der Rückschlag, den ich hier hinschreibe, weil er der ehrlichste Teil der Geschichte ist. Im Mai war das Ehepaar zwölf Tage bei seinem Bruder in Franken. Das Ladekabel hat er absichtlich zu Hause gelassen — er wollte wissen, ob er sich das alles einbildet. Am vierten Tag war das Knie morgens wieder steif. Am siebten ging er die Treppe wieder Stufe für Stufe hinunter. Nach der Rückkehr hat es rund zwei Wochen gedauert, bis er wieder dort war, wo er vorher gewesen war.
„Das war unangenehm“, sagt er. „Es war aber auch das Einzige, was mir wirklich bewiesen hat, dass es nicht in meinem Kopf passiert.“
WAS DIE ANDEREN WEGE KOSTEN, WENN MAN SIE SELBST BEZAHLT
Ich stelle diese Rechnung ungern auf, weil sie so aussieht, als wollte ich etwas verkaufen. Aber ich habe in neunzehn Jahren zu viele Menschen gesehen, die vierstellige Beträge ausgegeben haben, ohne je nachzurechnen, und ich halte es für einen Teil meiner Arbeit, das einmal nebeneinanderzustellen.
Alle Positionen hier sind Selbstzahlerleistungen. Was die Krankenkasse übernimmt, steht bewusst nicht in dieser Liste — dafür zahlen Sie nichts, und es hat in einer Kostenrechnung nichts verloren.
Der Vergleich ist nicht, ob etwas teuer ist. Der Vergleich ist, wofür Sie ohnehin schon bezahlen, und wie lange die Wirkung jeweils angehalten hat.
- Hyaluronsäure-Zyklus beim Orthopäden — 220 bis 500 € je Zyklus — Wirkung typischerweise Wochen bis wenige Monate, vom IGeL-Monitor mit „negativ“ bewertet
- Fünf Spritzen in einer Serie — rund 290 bis 300 € — meist ein bis drei Monate
- Signal- oder Impulstherapie in der Privatpraxis — rund 680 € für neun Sitzungen — Wirkung individuell, Termine über Wochen
- Wärmepflaster — 7 € für 8 Stunden, bei täglicher Anwendung rund 210 € im Monat — Wirkdauer acht Stunden je Pflaster
- Nahrungsergänzung für die Gelenke — 20 bis 53 € im Monat — dauerhaft, Wirkung im Einzelfall nicht spürbar zuzuordnen
- Stützbandage aus dem Sanitätshaus — 60 bis 160 € — hält mechanisch, solange sie sitzt
- Physiotherapie mit privater Zuzahlung — 40 bis 50 € je Einheit — je Serie sechs bis zehn Termine
- Osteopathie — 80 bis 150 € je Sitzung — je Sitzung, meist mehrere nötig
- LUMIQ Knee Pro — 119,99 € einmalig — täglich anwendbar, ohne Folgekosten je Anwendung
DER PREIS
Die Manschette kostet bei Wictive derzeit 119,99 Euro statt regulär 199,99 Euro. Der Versand ist kostenlos. Wer möchte, kann über Klarna zahlen, auch in der Variante „erst in 30 Tagen zahlen“ — dann kommt die Manschette zuerst, und die Rechnung später.
Ich nenne den Preis hier nüchtern, weil er in diesem Umfeld ein ungewöhnlicher Betrag ist. Vergleichbare Geräte mit zwei Wellenlängen liegen im Fachhandel deutlich höher, und die 3.163 Euro von Reinhard M. sind kein Sonderfall, sondern das, was in sechzehn Jahren an einem Knie zusammenkommt.
Rechnen Sie es an einer einzigen Position durch: Vier Monate Wärmepflaster, täglich, sind rund 840 Euro. Danach haben Sie nichts mehr in der Hand. Das ist kein Argument für ein bestimmtes Gerät. Es ist ein Argument dafür, dass die Zahl 119,99 in diesem Feld nicht am oberen Ende steht, sondern am unteren.
Es gibt in den Bewertungen zu diesem Gerät übrigens eine bemerkenswerte Lücke: Unter 276 Bewertungen findet sich kein einziger Einwand gegen den Preis. Beschwert wird sich über anderes — dazu gleich.
Regulär: 199,99 €
119,99 € statt 199,99 €
WAS DIE KÄUFER SCHREIBEN — AUCH DIE UNZUFRIEDENEN

Ich habe mir den Bewertungsbestand angesehen, bevor ich diesen Text geschrieben habe, und zwar von hinten: erst die schlechten, dann die guten. Das ist die einzige Reihenfolge, die etwas taugt.
276 Bewertungen liegen vor, 231 davon mit fünf Sternen. Interessant sind die vierzehn Drei-Sterne-Bewertungen, denn dreizehn davon sagen im Kern dasselbe: Es wirkt bei mir noch nicht — geschrieben nach drei bis vier Wochen.
Das ist aus meiner Sicht kein Einwand gegen das Verfahren. Es ist eine Aussage über den Zeitpunkt, zu dem Menschen urteilen. Wer nach zehn Tagen entscheidet, ob sich an einem Gelenk etwas tut, entscheidet zu früh, und wer nach drei Wochen ein Urteil aufschreibt, urteilt über die Anlaufphase.
Bei Reinhard M. hat es fünf Wochen gedauert, bis er sicher war. Das ist keine Ausrede. Das ist nur, wie es bei ihm war — und es deckt sich mit dem, was ich in der Praxis sehe.
Der zweite häufige Punkt in den kritischen Bewertungen ist der Umfang: Wer sehr kräftige Oberschenkel hat, sollte vor dem Kauf messen. Der dritte ist die Ladezeit.
„Nach drei Wochen merke ich noch nichts. Vielleicht bin ich zu ungeduldig.“ — aus einer Drei-Sterne-Bewertung
„Abends ist das Knie nicht mehr so dick wie vorher. Das ist mir zuerst an der Hose aufgefallen.“ — aus einer Fünf-Sterne-Bewertung
„Der Timer ist für mich das Wichtigste. Ich muss an nichts denken, das Ding geht von allein aus.“ — aus einer Fünf-Sterne-Bewertung
„Bin skeptisch gewesen, weil ich schon so viel gekauft habe. Ich benutze es seit sieben Wochen und habe es behalten.“ — aus einer Vier-Sterne-Bewertung
„Bei mir hat es an der Schulter besser geholfen als am Knie. Beides benutze ich weiter.“ — aus einer Vier-Sterne-Bewertung
FÜR WEN DAS HIER NICHTS IST
Der ehrlichste Teil eines solchen Artikels ist der Absatz, in dem steht, wer ihn zuklappen sollte.
Wenn Ihr Knie ausschließlich unter voller Last wehtut, in Ruhe sofort aufhört und niemals abends geschwollen ist, dann sind Sie der Ausreißer, für den diese Erklärung wenig hergibt. Wenn Ihr Knie akut heiß, deutlich gerötet und stark geschwollen ist, gehören Sie zum Arzt und nicht vor einen Artikel. Und wenn Sie erwarten, dass ein Gerät Sie in zehn Tagen von etwas befreit, das sechzehn Jahre gebraucht hat, dann werden Sie enttäuscht — verlässlich, und zwar unabhängig davon, welches Gerät Sie kaufen.
Für alle anderen gilt eine schlichte Zeitrechnung. Der Preis von 119,99 Euro ist an die laufende Aktion des Anbieters gebunden; wie lange sie steht, entscheidet nicht die Redaktion. Wichtiger als der Preis ist aber ein anderer Zeitfaktor: Wenn Sie auf einen Prothesentermin warten und in Großstadtkliniken bis zu zwölf Monate vergehen, dann sind das zwölf Monate, in denen entweder etwas passiert oder eben nicht.
Vier Jahre hat Reinhard M. gewartet, ohne zu warten. Er nennt das heute anders: „Ich habe nicht ausgehalten. Ich habe aufgehört.“
WAS PASSIERT, WENN ES BEI IHNEN NICHT WIRKT
Ich habe beim Anbieter nachgefragt, wie die Rückgabe konkret läuft, weil ich diesen Punkt in Artikeln wie diesem für den wichtigsten halte.
Die Antwort: 14 Tage Geld-zurück-Garantie ab Erhalt. Ohne Begründung, ohne Rücksendung eines Formulars, das niemand ausfüllen will. Das Geld geht zurück auf den Weg, über den es gekommen ist.
Und jetzt sage ich Ihnen, was ich davon halte, ohne es schönzurechnen: 14 Tage sind kürzer als der Zeitraum, in dem bei den meisten Menschen etwas passiert. Bei Reinhard M. waren es fünf Wochen. Die Frist deckt also nicht Ihr Ergebnis ab, sondern nur Ihre Entscheidung darüber, ob Sie das Gerät überhaupt behalten wollen, ob es passt, ob es sich im Alltag festmachen lässt und ob Sie die zwanzig Minuten wirklich jeden Abend einrichten können.
Das ist weniger, als in solchen Texten sonst versprochen wird. Ich schreibe es trotzdem hin, weil ich lieber habe, dass Sie mit der richtigen Erwartung anfangen als mit einer schönen.
ZWEI WEGE AUS DIESEM ARTIKEL HERAUS
Der erste Weg ist der, den die meisten gehen, und er ist völlig verständlich. Sie legen den Text weg, das Bild bleibt im Schrank, und in sechs Monaten ist alles so wie heute. Nicht schlechter — das ist die Pointe an dieser Sache. Reinhard M. sagt selbst, sein Knie sei in den vier Jahren nicht schlechter geworden. Er hat nur aufgehört, es zu versuchen.
Der zweite Weg kostet Sie zwanzig Minuten am Abend und die Bereitschaft, fünf Wochen lang nichts Endgültiges zu denken. Er verspricht Ihnen keinen neuen Knorpel und keine abgesagte Operation. Er verspricht Ihnen, dass Sie an einem Vorgang arbeiten statt an einem Zustand.
Ich bin Ärztin und kein Verkäufer, und ich weiß, dass Sie in Ihrem Leben genug Versprechen gehört haben. Deshalb der einzige Satz, den ich Ihnen als Ärztin mitgebe: Ihr Befund ist richtig. Ihre Schlussfolgerung daraus war vielleicht die einzige falsche Entscheidung in dieser ganzen Geschichte.
Das Bild stimmt. Es sagt nur weniger über Ihren Schmerz, als Sie denken.
Häufige Fragen
Muss dafür Knorpel nachwachsen?
Nein. Knorpel wächst nicht nach, und das ist auch nicht das Ziel. Es geht um die Reizung im umliegenden Gewebe und um die Durchblutung. Genau dort sitzt der Schmerz, und genau dort ist auch der Reparaturstopp lokalisiert.
Hilft das auch bei Grad 4 oder bei „Knochen auf Knochen“?
Der Befund ändert sich dadurch nicht. Der Röntgengrad erklärt aber nur rund vier Prozent der Unterschiede in der Schmerzstärke zwischen verschiedenen Menschen. Deshalb schließt ein hoher Grad nicht aus, dass an der Reizung etwas zu bewegen ist.
Soll ich die Manschette nachts tragen?
Nein. Sie wird abends für 20 Minuten angelegt und danach abgenommen. Das Gerät schaltet sich nach Ablauf des Programms selbst ab. Im Bett liegt nichts am Knie.
Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?
Bei den meisten Menschen passiert in der ersten Woche nichts. Erste Veränderungen werden typischerweise ab der zweiten bis vierten Woche bemerkt, Sicherheit stellt sich oft erst nach vier bis sechs Wochen ein. Dreizehn von vierzehn kritischen Bewertungen stammen von Menschen, die nach drei bis vier Wochen geurteilt haben.
Kann ich sie auch an Schulter oder Ellenbogen benutzen?
Ja, die Manschette lässt sich an jedem Gelenk anlegen, das nah genug unter der Haut liegt. Schulter und Ellenbogen sind die häufigsten Zweitanwendungen.
Muss ich sie über oder unter der Hose tragen?
Direkt auf der Haut. Stoff hält das Licht auf, und dann kommt in der Tiefe nichts mehr an.
Ich habe einen OP-Termin. Soll ich ihn absagen?
Nein, und dieser Artikel rät ausdrücklich nicht dazu. Die Entscheidung über eine Operation treffen Sie mit Ihrem Operateur. Es geht hier um die Zeit bis dahin — Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten sind in Ballungsräumen üblich.
Was ist, wenn es bei mir nichts bringt?
Es gibt 14 Tage Geld-zurück-Garantie ab Erhalt, ohne Begründung. Diese Frist reicht, um zu entscheiden, ob das Gerät passt und in den Alltag passt — sie reicht in der Regel nicht, um ein Ergebnis zu beurteilen.
Passt sie um einen kräftigen Oberschenkel?
In den meisten Fällen ja. Wer sehr kräftige Oberschenkel hat, sollte vorher den Umfang eine Handbreit oberhalb der Kniescheibe messen und mit der Angabe des Anbieters vergleichen. Das ist der häufigste Punkt in kritischen Bewertungen.
Was kostet sie, und kann ich später zahlen?
119,99 Euro statt 199,99 Euro, Versand kostenlos. Zahlung ist über Klarna möglich, auch in der Variante „erst in 30 Tagen zahlen“.
P.S. Falls Sie an dieser Stelle denken, dafür müsste ja Knorpel nachwachsen — nein. Genau an diesem Punkt hat Reinhard M. vier Jahre lang falsch gedacht. Der Knorpel ist gar nicht der Ort, an dem es wehtut, und er ist auch nicht der Ort, an dem sich etwas ändern muss.
P.P.S. Wenn Sie eine OP-Empfehlung haben und der Termin steht, redet Ihnen dieser Artikel nichts aus. Rund 40 Prozent der OP-Indikationen werden durch eine Zweitmeinung bestätigt, und Reinhard M. hat nichts abgesagt. Es geht um die Monate davor.
P.P.P.S. Rechnen Sie nicht nach zehn Tagen ab. Bei Reinhard M. hat es fünf Wochen gedauert, bis er sicher war, und dreizehn von vierzehn kritischen Bewertungen stammen von Menschen, die nach drei bis vier Wochen ein Urteil gefällt haben. 14 Tage Geld-zurück-Garantie gelten für die Frage, ob das Gerät zu Ihnen passt — nicht für die Frage, ob Ihr Knie sich verändert hat.
